Vortragsabend Starke Frauen

Beschreibung

So, 18.03.2018 - 18:00 - W1 – Zentrum für junge Kultur - Rahmenprogramm
 
Im vergangenen Jahr sorgte der Blockbuster WONDER WOMAN für Aufsehen. Dass neben all den Supermännern der aktuellen Comicverfilmungswelle endlich auch eine Frau eine starke Führungsrolle übernahm, galt für viele als wichtiges Zeichen in der filmischen Gleichberechtigungsdebatte. Gleichzeitig verweist diese besondere Aufmerksamkeit, die eine starke weibliche Filmfigur erhielt, auf deren gewöhnliche Absenz. Starke Frauenfiguren gibt es vergleichsweise wenig und wenn, dann werden sie kaum wahrgenommen. Dass bei WONDER WOMAN passenderweise auch noch eine Frau Regie führte, war eine weitere Besonderheit des Films. Denn Frauen sind in vielen Bereichen der Filmproduktion unterrepräsentiert. Die drei Beiträge des Vortragsabends setzen sich exemplarisch mit diesen Problemen im und beim Film auseinander und geben weitere Gegenbeispiele „starker Frauen“.
 
Michael Fleig: erläutert einleitend Gedanken zur unterrepräsentierten Rolle der Frau in der Filmgeschichtsschreibung.
 
Cristina Alonso-Villa: Was ist eine starke Frau? Action-Heldinnen in Mainstream Kino.
Was in den späten 70ern in ALIEN als Überraschungseffekt angefangen hat, als eine weibliche Figur erstmals in eine Action-Heldin verwandelt wurde, ist heute zu einem Gegenstand von Gleichberechtigungsdebatten geworden. Von Ripley (ALIEN) bis Rey (STAR WARS) hat die Action-Heldin viele Veränderungen erlebt und mehrdeutige Figuren hervorgebracht, die zwischen weiblicher Ermächtigung und sexueller Verdinglichung changieren. Gerade deshalb ist sie ein faszinierendes kulturelles Artefakt, dessen Bedeutung sich stets um die Frage dreht, was eine starke Frau ausmacht.
 
Dr. Annette Scholz: Cineastas emergentes. Die Unsichtbaren des spanischen Kinos.
Trotz der vielen Bereiche, die Frauen in der Gesellschaft bereits erobert haben, lässt sich feststellen, dass in der spanischen Filmindustrie, vor allem in bestimmten Feldern der audiovisuellen Medien, ihre Präsenz fast symbolisch ist. Regie wird bei Lang- und Kurzfilmen, von einem besorgniserregend niedrigen Anteil weiblicher Filmemacher geführt. Ebenso ist in bestimmten filmischen Berufen wie Bildgestaltung, Special Effects, in technischen Bereichen etc. die Präsenz von Frauen sehr gering. Der Vortrag fragt nach Gründen für die ungleichgewichtigen Zahlen der spanischen Filmwelt.
Im Anschlussprogramm Cineastas Emergentes sind einige aktuelle Produktionen von spanischen Filmemacherinnen zu sehen.