Ausstellung: Die Töchter von Alice Guy

Beschreibung

Fr, 16.03.2018 - Mi, 21.03.2018 - 17:00 - W1 – Zentrum für junge Kultur 
 
In Zusammenarbeit mit ALCINE – Festival de Cine de Alcalá de Henares.
 
Filmplakatausstellung
 
Vernissage am Donnerstag den 15. März um 18.30 Uhr
Reguläre Öffnungszeiten:
Freitag, 16. März, bis Mittwoch, 21. März, W1-Treppenhaus
Wochentags: 17 bis 22 Uhr; Samstag/Sonntag 16 bis 22 Uhr.
Der Eintritt ist kostenlos!
 
Eine Filmgeschichte neu erfinden
Die Filmgeschichte ist, wie so viele andere, eine Geschichte der Geschlechterungleichheit. Die wegweisende Filmemacherin Alice Guy Blaché (1873-1968) war bereits seit ihren Anfängen Opfer der fortbestehenden Nichtachtung der künstlerischen Arbeit von Frauen. Als Zeitgenossin der Brüder Lumière und George Méliès verfilmte Guy die erste narrative Fiktion der Geschichte im Jahr 1896 und kam damit allen berühmten Kollegen zuvor. Doch trotz ihrer eigenen unabhängigen Produktionsfirma und obwohl sie bei mehr als 1.000 Kurzfilmen Regie führte und entscheidenden Einfluss auf berühmte Autoren wie Alfred Hitchcock ausüben sollte, verschwanden viele ihrer Arbeiten und ihr Name wurde bis heute praktisch aus der offiziellen Filmgeschichte gestrichen.
Sie ist kein Einzelfall, sondern der vieler Regisseurinnen, Produzentinnen, Schriftstellerinnen und Technikerinnen, die schon seit ihren Anfängen des Films mit der neuen Kunst zu arbeiten begannen, ging es so, dass ihre Werke niemals die notwendige Anerkennung bekamen: von Dorothy Arzners oder Lois Webers Klassizismus in Hollywood bis zum avantgardistischen Blick von Aleksandra Khokhlova oder Olga Preobrazhenskaia in der UdSSR, den Drehbüchern von Pu Shunqing in China, den Animationen von Lotte Reiniger in Deutschland oder den Filmen der Spanierinnen Helena Cortesina und Rosario Pi.
Die Internationale Kurzfilmwoche Regensburg präsentiert im Rahmen des Themenschwerpunkts Starke Frauen die alternative Plakatausstellung, die von ALCINE – Festival de Cine de Alcalá de Henares / Comunidad de Madrid initiiert wurde, um das Erbe all dieser Frauen zurückzuerobern und ihnen den Raum zu geben, der ihnen gebührt. In Zusammenarbeit mit einer Gruppe Film-Illustratorinnen und Schriftstellerinnen haben sie sich vorgestellt, wie die internationale Filmgeschichte ausgesehen hätte, wenn die Figuren von Guy und ihren Zeitgenossinnen den verdienten Platz in einer Industrie gehabt hätten, in der Männer und Frauen in Gleichberechtigung zusammenarbeiten: Wie wären die großen Klassiker gewesen? Wie wäre das aktuelle Star-System? Und das Autorenkino oder die Actionfilme? Wie würden Bewegungen wie der deutsche Expressionismus oder die Nouvelle Vague aussehen? Die Plakatausstellung präsentiert eine spekulative Frauengeschichte, eine kritische Lektüre unserer Vergangenheit, ein kollektives Imaginäres, das ohne Zweifel auch von unserer Gegenwart spricht.
 
Hergestellt von ALCINE – Alcalá de Henares / Comunidad de Madrid Film Festival Illustrationen: Yeyei Gómez, Julia Happymiaow+Flan, Carla Berrocal, Xulia Vicente, Adara Sánchez, Los Bravú, Ana Galvañ, Paula Bonet, Genie Espinosa, Mireia Pérez, Conxita Herrero, Beatriz Lobo, Nuria Tamarit, Cristina Daura, Marina Vidal
Filmkritiken: Bea Martinez, Cristina Aparicio, Jara Yáñez, Violeta Kovacsics, Paula Arantzazu, Sofía Pérez, Eulàlia Iglesias, Marla Jacarilla, Bárbara Mingo, Cristina Aparicio, Sofía Pérez. 
Dokumentation und Text: Elisabeth Falomir 
Grafikdesign: Patricia Raventós. 
Poster Illustration: Carla Berrocal
F
anzine: Yeyei Gómez 

Textkoordination: Caimán Cuadernos de Cine 
Konzept und Kuratorium: Pedro Toro 
Übersetzung ins Deutsche: cinEScultura